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Übergabe einer Fidel-Castro-Zigarre von Zigarrenrauchclub Sèlèstat

06.07.2014

Das Tabakmuseum Mahlberg hat eine besondere Spende erhalten: eine Revolutionszigarre von Fidel Castro.

Das Oberrheinische Tabakmuseum ist um ein skurriles Ausstellungsstück reicher: Der Zigarrenraucherclub aus Séléstat hat den Mahlbergern eine Zigarre des ehemaligen kubanischen Staatschefs Fidel Castro übergeben.

"Politik hin oder her, die müssen sich in der Vitrine vertragen", sagte der ehrenamtliche Museumsleiter Patrick Benz mit Blick auf die Zigarren der Altkanzler Ludwig Erhard und Gerhard Schröder und die Original-Pfeife von Herbert Wehner, die sich bereits im Besitz des Tabakmuseums befinden.

Gespendet wurde die ehrwürdige Rarität vom Zigarrenraucherclub "Les amis de bon sens" (frei übersetzt: Freunde des guten Genusses) aus dem elsässischen Séléstat.

Dahinter verbirgt sich eine sehr spannende Geschichte: Der des Zigarrenclubs, "Vice-Président" Jules Julien – im Übrigen sternedekorierter Hotelier und Mitglied der renommierten "Chaine des Rotisseurs" –, hatte nämlich 1984 anlässlich einer Einladung nach Kuba von einem damaligen Vize-Minister diese Zigarre als Erinnerungsstück überreicht bekommen. Sie wurde 1959 anlässlich des Siegs der Revolutionäre und des damit verbundenen Regierungssturzes gewickelt. Auf der Bauchbinde zu sehen ist das Konterfei des "Maximo Lider" Castro, der damals an die Macht gekommen war. Ob die Zigarren damals an das von Diktator Batista befreite Volk verteilt wurden, ist nicht bekannt. Falls ja, dürften sie zumeist längst aufgeraucht sein.

Zu diesem geschichtsträchtigen Anlass hatte Mahlbergs Bürgermeister eine neunköpfige Delegation der Freunde aus Séléstat – inklusive ihres "Président" Ludovic Colmé – im Tabakmuseum begrüßt. Benz’ Vorgänger Ulrich Hehr – vor gut 30 Jahren Ideengeber für ein Mahlberger Tabakmuseum – ließ es sich nicht nehmen, die Gäste persönlich durch sämtliche Räumlichkeiten auf vier Fabrik-Etagen nebst Tabakschopf und -keller zu führen. Er vergaß dabei nicht, den langjährigen, schwer erkrankten Museumsleiter Josef Naudascher als Motor des Museums besonders zu würdigen.

Dem Dank der Mahlberger für die großzügige Spende schloss sich auch Martina Schmidt im Namen des Museums-Fördervereins an. Ohne diesen wäre es der Stadt nicht möglich, ihr Tabakmuseum zu betreiben.

 

Foto: Vorschaubild zur Meldung: Übergabe einer Fidel-Castro-Zigarre von Zigarrenrauchclub Sèlèstat